Marion Mühlbauer-Stiefvater ist Aktivistin bei TFF und Lehrerin am BORG Neulengbach (NÖ). Ihre Schule ist eine der ersten terranen Schulen Österreichs – hat also einen guten Weg gefunden, Schulreisen komplett ohne das besonders emissionsintensive Fliegen zu veranstalten. Flugschulreisen machen einen weit überdurchschnittlichen Anteil schulischer Emissionen aus: An einem anderen Gymnasium in Wien etwa betrugen sie 2022 rund 42% (bei 4 Flugreisen pro Jahr)! Wie Marions Schule 2024 den Umstieg geschafft hat, schildert sie selbst in diesem Beitrag.
Der Weg zur flugfreien Schule setzte sich aus vielen Schritten zusammen, die über 2 Jahre gemacht wurden. Die wichtigsten waren zum Beispiel:
- Aktionstage zum Klima, wo die gesamte Schule – Schüler:innen und viele Kolleg:innen – eingebunden war,
- eine Emissionserhebung, die meine Kollegin aus Ökologie durchgeführt hat, und
- die Jugendlichen des Klimaclubs, die die Lehrkräfte um eine Initiative zum Abschaffen der Flugreisen baten.
Die Klimabewegung war damals auf ihrem Höhepunkt, die Schüler:innen zum Teil motivierte FFF-Aktivist:innen.
Die entscheidende Wende brachte eine pädagogische Konferenz, wo der Direktor den Auftrag erteilte, die Schulveranstaltungen an den ökologischen und sozialen Schwerpunkt unserer Schule anzupassen. Er brachte klar zum Ausdruck, dass das heißt: unsere Schulreisen müssen wir alle leistbar sein und ohne Fliegen vonstattengehen. Meine Kollegin und ich stellten am Beginn die Emissionsberechnungen der Schule vor. Schwierigkeiten gab es bei den Kolleg:innen, welche die Sprachreisen organisiert hatten. Sie wollten aufgrund allgemeiner Überlastung nichts Neues machen und bei den eingespielten Formaten bleiben. Es gründete sich daraufhin ein neues Team zur Vorbereitung der terranen Reisen. Die Schüler:innen wurden in die Wahl der Reiseziele eingebunden. Im SGA wurden dann die „Auslandskulturreisen“ nach Rom und Triest/Venedig einstimmig angenommen.
Die ersten flugfreien Sprachreisen
Beide Reisen waren einwöchig und haben im April 2025 stattgefunden, mit Kosten von 700€ pro Schüler:in. Im Jahr 2026 wird dieses Format wiederholt. Für die nächsten Jahre wird ein Erasmusprojekt in Tschechien angestrebt. Die Vernetzung mit Teachers for Future war für mich in diesem Prozess sehr wichtig.
Ich glaube, dass es an jeder Schule ein anderes Momentum gibt, das die Veränderung ermöglicht. Entscheidend ist sicherlich unsere Entschlossenheit, kein Lavieren, sondern das klare Einstehen für die Überzeugung. Ein Traum wäre es, wenn diese Klarheit bei den Entscheidungsträger:innen ist, Anweisungen „von oben“ machen Veränderungen, deren Notwendigkeit den Allermeisten bewusst ist, dann zur Regel.







